Von der Römerzeit bis zur Gegenwart - die über 2000jährige Geschichte Kastels.

Museum Castellum

Die Fundamente des einst größten römischen Ehrenbogen nördlich der Alpen.

Röm. Ehrenbogen

Der Beruf des Flößers wurde in Kastel über 400 Jahre lang ausgeübt.

Flößerzimmer

Der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Berthold von Henneberg ließ 1497 den Wartturm erbauen.

Erbenheimer Warte

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde in der Mainzer Straße und am Nickelsborn enthüllte die Gesellschaft für Heimatgeschichte Kastel zwei neue Tafeln mit Erläuterungen zur Kasteler Geschichte.


einweihung geschichtstafeln 01Die Idee dazu war im Vorstand der GHK bereits im letzten Jahr herangereift, und wurde dann inhaltlich und gestalterisch von den Vorstandsmitgliedern Stefan Grundel und Peter Muttke umgesetzt. Die Tafel am Ende der Mainzer Straße / Kronenstraße befasst sich mit dem Wirken des Deutschen Ordens in Kastel. Im Jahr 1237 wurde Kastel erstmals als Stadt bezeichnet. Der Ort war näher an den Rhein gerückt und mit Mauern umgeben. 1257 wurde urkundlich ein Hofgut des Deutschen Ordens genannt, das 1662 wieder aufgelöst wurde. Es befand sich in der damaligen Marktstraße, heutige Mainzer Straße, und der Stadthausstraße (heute Rathausstraße / Kronenstraße). Die zu dieser Zeit im Ort ansässigen Eheleute Heinrich und Jutta Tanzfuß hatten das Hofgut mit vielen Äckern dem Orden geschenkt. Zu seinen Lebzeiten durfte der Schenkende gegen eine jährliche Abgabe von 100 Maltern Korn, 25 Malter Weizen und einem Pfund Wachs das Anwesen bewirtschaften.

Die zweite Tafel steht an der Straßenecke Nickelsborn / Frühlingsstraße. Sie behandelt die Geschichte jüdischen Lebens in Kastel. Es gab bis zum Anfang des 20. Jahrhundert eine kleine selbstständige jüdische Gemeinde, deren Anfänge vermutlich im 15. Jahrhundert lagen; 1432 wurde erstmals eine jüdische Familie genannt, 1446 waren es drei, 1452 fünf Familien, die u. a. vom Geld und Pfandgeschäft lebten. 1 457 befreite Erzbischof Dietrich von Mainz sie von diskriminierenden Kleidervorschriften.

einweihung geschichtstafeln 02Nach der Vertreibung der Juden aus dem Erzstift Mainz (1470/71) mussten vermutlich auch die Juden in Kastel den Ort verlassen. Später zogen im 17. Jahrhundert erneut einige jüdische Familien zu, die gemeinsam mit in Kostheim lebenden Glaubensbrüdern eine Gemeinde bildeten. Seit 1834 verfügte die damals ca. 60 Personen zählende Gemeinde über ein eigenes Synagogengebäude in der Frühlingsstraße. Bis ca. 1900 wurde das Gebäude zu regelmäßigen Gottesdiensten genutzt. Neben der Synagoge gehörten zu den gemeindlichen Einrichtungen eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Seit 1814 hatte die Gemeinde einen eigenen Lehrer und Kantor (Vorsänger) angestellt. Verstorbene wurden auf dem jüdischen Friedhof in Mainz beerdigt.

Nach der Jahrhundertwende konnten kaum noch regelmäßige Gottesdienste abgehalten werden, da die notwendige Anzahl jüdischer Männer nicht mehr zusammengebracht werden konnte. 1914 wurde die Kultusgemeinde schließlich aufgelöst, die noch in Kastel lebenden jüdischen Einwohner der Kultusgemeinde Mainz zugewiesen, und die wertvollen Ritualien teilweise in ein damals in Mainz im Aufbau befindliches "Museum für jüdische Altertümer" gebracht. Die wenigen in der Zeit zwischen den Weltkriegen am Ort lebenden jüdischen Familien waren von 1941 bis zu ihrer Deportation 1942 zwangsweise in drei sogenannten "Judenhäusern" in der Eleonorenstraße einquartiert. Seit 2009 weisen sogenannte "Stolpersteine" auf die Wohnsitze ehemaliger jüdischer Bewohner an sechs Standorten hin.

In seiner Begrüßung würdigte der GHK-Vorsitzende Karl-Heinz Kues die Gestaltung der Tafeln und die Mitwirkung der Künstlerin Heike Wolf von Goddenthow, die mit den Zeichnungen des Hofgutes die Form der Bebauung von damals anschaulich dargestellt hatte. Für die Herstellung der Schilder in wetterfester Ausführung zeichnete sich Geschäftsführer Harry Klockmann von der Fa. Wunderle verantwortlich, und die stabilen Schilderständer hatte die Schlosserei Beden gefertigt. Die Herstellungskosten hatte der Ortsbeirat Kastel übernommen, wie Ortsvorsteherin Christa Gabriel in ihrer kurzen Ansprache darstellte. Der Ortsbeirat wolle damit auch die Bemühungen der GHK würdigen und unterstützen, die sich mit immer neuen Ideen für ein erlebenswertes Ortsbild einsetze. Nach der Enthüllung der beiden Tafeln durch Ortsvorsteherin Christa Gabriel und Vorstandsmitglieder der GHK gab es am Nickelsborn für die beteiligten Bürger noch einen kleinen Umtrunk und viele Gespräche zur Geschichte von Kastel.

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