Von der Römerzeit bis zur Gegenwart - die über 2000jährige Geschichte Kastels.

Museum Castellum

Die Fundamente des einst größten römischen Ehrenbogen nördlich der Alpen.

Röm. Ehrenbogen

Der Beruf des Flößers wurde in Kastel über 400 Jahre lang ausgeübt.

Flößerzimmer

Der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Berthold von Henneberg ließ 1497 den Wartturm erbauen.

Erbenheimer Warte

Anlässlich der Zerstörung von Kastel am 8. September 1944 fand im Museum Castellum eine Gedenkfeier statt, zu der die Gesellschaft für Heimatgeschichte im Rahmen ihrer Ausstellung zu diesem Gedenktag geladen hatte. Erster Vorsitzender Karl-Heinz Kues konnte die Stadtverordnetenvorsteherin und Vorsitzende des Ortsbeirates Christa Gabriel, ebenso wie die Oberbürgermeister von Wiesbaden und Mainz, Gerd-Uwe Mende und Michael Ebling, Stadtrat Rainer Schuster und Mitglieder des Ortsbeirates hierzu willkommen heißen. Ebenso hatten sich zahlreiche Bürger und Vereinsmitglieder eingefunden, um der Gedenkstunde beizuwohnen.
 
gedenken 02In ihrer Ansprache hob die Stadtverordnetenvorsteherin die Bedeutung des Tages für Kastel als geschichtliches Ereignis hervor. Dieses schreckliche Geschehen bedeutete nicht nur für rund 430 Menschen in Kastel und der Kostheimer Siedlung den Tod. Eine noch höhere Zahl an Verletzten war zu beklagen, und viele Bürger verloren damals ihr Heim und ihre Existenz. Das traumatische Erlebnis sei für die Menschen, die es erleiden mussten, eine schreckliche Erfahrung gewesen. Dass wir in der heutigen Zeit einen langen Frieden erleben dürften sei kein Anlass, dies als selbstverständlich zu betrachten. Denn vom Frieden seien viele Teile unserer Welt noch weit entfernt. Und es bedürfe aller Anstrengungen, diesen Frieden überall herbeizuführen und zu bewahren. Beide Oberbürgermeister brachten in ihren Ansprachen auch die Notwendigkeit der Erinnerung zum Ausdruck. Mit ihrer Ausstellung zu diesem Gedenken, habe die GHK vorbildliches geleistet, und den Initiatoren der Ausstellung wurde gedankt.
 
Karl-Heinz Kues dankte seinem Stellvertreter Peter Muttke für sein Engagement, diese Ausstellung neu konzipiert, erarbeitet und gestaltet zu haben. So sei bisher nicht bekanntes Bildmaterial veröffentlicht worden, welches bisher in Privatarchiven aufbewahrt war. Sein Dank galt dabei den Personen und Institutionen, die mit Exponaten, Bildern, Schilderungen und Hinweisen die Ausstellung vervollkommnet haben. Michael Bermeitinger, Olaf Mockenhaupt, Otfried Müller, Heinz Leiwig, Peter Secker, Udo Theiß sowie die Mitarbeiter des Kampfmittelräumdienstes Hessen hob dabei der Vorsitzende besonders hervor. Das Konzept der Ausstellung sei nicht nur die Darstellung des Bombardements und der entstandenen Schäden, sondern auch der Blick über den „Tellerrand“. Über das Leben in dieser Zeit, den Leiden der Opfer, und den politischen und gesellschaftlichen Zwängen, denen die Menschen damals ausgesetzt waren.
 
gedenken 03An Spätnachmittag fand auf dem Kasteler Friedhof auch eine Kranzniederlegung am Ehrenmal für die Opfer des Zweiten Weltkrieges statt. Auch hier waren zahlreiche Besucher zugegen, und die Stadtverordnetenvorsteherin betonte die Bedeutung dieser Geste besonders. Die Kränze des Ortsbeirates, der Städte Mainz und Wiesbaden, des VdK und der GHK zeugen am Ehrenmal von der Trauer um die Opfer. Mit dem Lied von guten Kameraden, vorgetragen von Solist Joachim Groß, endete die Gedenkveranstaltung.
 
Im Anschluss fand dann eine ökumenische Andacht in der katholischen St. Georgs-Kirche statt, die gleichfalls von zahlreichen Bürgern besucht war. Die von der Gemeindereferentin Anette Schäfer und der Pfarrerin der evangelischen Erlösergemeinde, Sabine Kazmeier-Liermann, geleitete Andacht, ließ in den Gebeten den Wunsch und die Hoffnung nach Frieden deutlich werden. Mit ihren Worten zum Gedenktag an die Zerstörung von Kastel und an die Opfer wies sie in ihrer Betrachtung zur Gegenwart und in die Zukunft darauf hin, dass trotz der Aussage „kein Krieg mehr“, den Frieden zu erhalten nicht so selbstverständlich ist, wie es ihr und vielen lange erschien. Wenn man sieht. wie in den heutigen Medien Hass ausgelebt wird, wie Antisemitismus wieder hochkommt, wie Angst geschürt wird, und Protestwähler mit dem Feuer spielen, dann ist der Frieden nicht selbstverständlich. Mit der Aufforderung, dass wir gerufen sind Verantwortung zu übernehmen, und solch einem Gedenktag uns daran mahnt mitzuhelfen, dass Menschen in Frieden leben können, dass es keinen Krieg gibt, auch nicht mit unseren Waffen in anderen Ländern, dass Menschen unterschiedliche Kulturen und Religion friedlich miteinander leben können, hob sie die Heraus-forderung für die heutige und die kommenden Generationen hervor. Musikalisch einfühlsam umrahmt wurde die Andacht von Eva Hess (Querflöte), Johannes Gutmann (Violoncello) sowie Norbert Schweikert an der Orgel.
 
Text: Peter Muttke | Bilder: Stefan Grundel

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